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Schmerzen

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Schmerzen gehören leider zum Alltag. Ob wir Rückenverspannungen haben oder Zahnschmerzen, ob wir Trauer haben, die uns weh tut, oder eine Biene uns gestochen hat. Täglich setzen wir uns mit dem Schmerz auseinander.
Schmerz ist aber nicht immer gleich Schmerz. In meinen Kursen versuche ich, ein Gefühl für die Unterschiede der Schmerzen zu vermitteln. Es gibt Schmerzen die uns sagen: "Achtung, es ist nicht gut was hier passiert, gleich geht etwas kaputt", oder vielleicht ist schon etwas schlimmeres passiert. Es gibt aber auch Schmerzen die uns zeigen wie wir uns ändern können.

Den Schmerz bewusst wahrzunehmen, ist sehr wichtig. Normalerweise lehnen wir die Schmerzen ab. Es ist eine Situation die wir nicht haben wollen. Unangenehm und alles wehrt sich in uns dagegen. An dieser Stelle sollten wir den Schmerz verstehen lernen. Uns die Frage stellen. "Warum tut es weh, warum jetzt, was ist passiert". Und danach entsprechend handeln.

Die verschiedenen Schmerzen:

  1. Körperliche Schmerzen, hervorgerufen z.B. durch Verletzungen oder Warnungen des Körpers.

  2. Psychische Schmerzen, die aus dem (Unter)Bewusstsein heraus entstanden sind.

Bei beiden Typen kommt oft der Faktor "Festhalten" hinzu.
Festhalten ist aus der menschlichen Entwicklung heraus betrachtet erst einmal wichtig. Wenn uns z.B. jemand das Essen, was wir zum Überleben brauchen, wegnehmen will, so kann diese Situation aus der ersten Betrachtung heraus psychisch sehr schmerzhaft sein. Am Essen festhalten kann hier lebenswichtig sein.
Auch ist auch bei einer körperlichen Verletzung das Festhalten wichtig. Es wird z.B. durch die Anspannung die Blutung etwas reduziert, und die körperliche Bereitschaft zur Verteidigung verbessert.
Wenn wir aber, aus welchem Grund auch immer, im Rücken verspannt sind, so ist ein weiteres Festhalten der Muskulatur nicht im jedem Fall sinnvoll. Es gibt schon eventuell Gründe für ein weiteres Festhalten, dazu aber erst später. Auch kann das Verlassen einer Person schmerzliche Gefühle in uns auslösen, und auch hier ist die Situation des Festhaltens ein wichtiger Punkt, ob aber es uns in unserem Leben weiter bringt, ist nicht immer gesagt.

Im Yoga werden wir oft mit Schmerzen konfrontiert. Dehnungsschmerzen sind oft die Regel. Aber warum setzt sich ein Yogi diesen Schmerzen aus? Der Grund ist die Auseinandersetzung, die Analyse und das Üben des Umganges mit dem Schmerz.
Beim Üben lernen wir zu unterscheiden ob nun der Schmerz gefährlich ist, oder es ein Schmerz ist, der uns nur sagt: "Hör doch auf zu üben, das ist unangenehm, mach doch was Nettes". Nun ist aber immer nur "Nettes tun" nicht so gut für uns. Wenn wir trotz bestimmter (nicht bei allen) Schmerzen weiter Üben, so wird unsere Persönlichkeit gestärkt. Wir können beim Üben versuchen die Anspannung aus den schmerzenden Bereichen zu nehmen, und dabei oft feststellen, dass beim "Loslassen" der Schmerz sich verringert, wenn nicht sogar der Schmerz ganz verschwindet.
Und genau da sind wir bei der Philosophie. Schmerzen sind oft, sehr oft, Resultat einer Anspannung. Diese Anspannung ist aber durch unser Bewusstsein steuerbar. Schmerzen entstehen bei diesen Situationen im "Kopf". Aber wir dürfen nie die anderen Schmerzen vergessen. Die Schmerzen die uns sagen: "Pass auf dich auf".

In unserem Leben verändern wir uns. Die Ausrichtung, mental genauso wie körperlich, ändert sich. Oft kommen wir dabei von unsere eigentlichen Mitte weg. Damit wir aber im Leben weiterkommen, werden diese Unausgeglichenheiten kompensiert. Da kann ein Hohlkreuz durch überbeanspruchten Schulter ausgeglichen werden, oder Angstgefühle durch lautes Reden, oder heftige Gestiken überspielt werden. Festhalten und dauernde Anspannungen sind die Folge. Der Mensch im Ganzen aber funktioniert noch. Denn meist wird die Unausgeglichenheit genügend von anderen Bereichen wieder ausgeglichen. Es werden aber Energien verbraucht, die besser nutzbar sind.
Nun ist es aber nicht immer ratsam schnell die Änderung im Körper herbeizuführen, z.B. in dem überbeanspruchte Muskeln losgelassen werden. Denn dadurch kann die Person aus dem, zwar nicht günstigen aber eigenen Gleichgewicht gebracht werden. Die Änderungen müssen sorgfältig und in der Gesamtheit betrachtet durchgeführt werden. So kann ein Festhalten für eine bestimmte Zeit noch besser sein und weniger Probleme mit sich bringen. Auch muss man Abwägen welches nun das geringere Übel ist.

Es ist also nicht immer leicht. Aber wenn wir die Aufmerksamkeit und Achtsamkeit auf uns lenken, uns nicht ablenken lassen, werden wir alle unseren Weg finden. Nicht immer ist der schnelle Weg der gute Weg. Nicht immer sind Schmerzen schlecht oder gut. Die Wahrheit ist nicht zu verallgemeinern.



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