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Schmerzen |
Schmerzen gehören leider zum Alltag. Ob wir
Rückenverspannungen haben oder Zahnschmerzen, ob wir Trauer
haben, die uns weh tut, oder eine Biene uns gestochen hat. Täglich
setzen wir uns mit dem Schmerz auseinander.
Schmerz ist aber nicht
immer gleich Schmerz. In meinen Kursen versuche ich, ein Gefühl
für die Unterschiede der Schmerzen zu vermitteln. Es gibt
Schmerzen die uns sagen: "Achtung, es ist nicht gut was hier
passiert, gleich geht etwas kaputt", oder vielleicht ist schon
etwas schlimmeres passiert. Es gibt aber auch Schmerzen die uns
zeigen wie wir uns ändern können.
Den Schmerz bewusst wahrzunehmen, ist sehr wichtig. Normalerweise lehnen wir die Schmerzen ab. Es ist eine Situation die wir nicht haben wollen. Unangenehm und alles wehrt sich in uns dagegen. An dieser Stelle sollten wir den Schmerz verstehen lernen. Uns die Frage stellen. "Warum tut es weh, warum jetzt, was ist passiert". Und danach entsprechend handeln.
Die verschiedenen Schmerzen:
Körperliche Schmerzen, hervorgerufen z.B. durch Verletzungen oder Warnungen des Körpers.
Psychische Schmerzen, die aus dem (Unter)Bewusstsein heraus entstanden sind.
Bei beiden Typen kommt oft der Faktor "Festhalten"
hinzu.
Festhalten ist aus der menschlichen Entwicklung heraus
betrachtet erst einmal wichtig. Wenn uns z.B. jemand das Essen, was
wir zum Überleben brauchen, wegnehmen will, so kann diese
Situation aus der ersten Betrachtung heraus psychisch sehr
schmerzhaft sein. Am Essen festhalten kann hier lebenswichtig
sein.
Auch ist auch bei einer körperlichen Verletzung das
Festhalten wichtig. Es wird z.B. durch die Anspannung die Blutung
etwas reduziert, und die körperliche Bereitschaft zur
Verteidigung verbessert.
Wenn wir aber, aus welchem Grund auch
immer, im Rücken verspannt sind, so ist ein weiteres Festhalten
der Muskulatur nicht im jedem Fall sinnvoll. Es gibt schon eventuell
Gründe für ein weiteres Festhalten,
dazu aber erst später. Auch kann das Verlassen einer
Person schmerzliche Gefühle in uns auslösen, und auch hier
ist die Situation des Festhaltens ein wichtiger Punkt, ob aber es uns
in unserem Leben weiter bringt, ist nicht immer gesagt.
Im Yoga werden wir oft mit Schmerzen konfrontiert.
Dehnungsschmerzen sind oft die Regel. Aber warum setzt sich ein Yogi
diesen Schmerzen aus? Der Grund ist die Auseinandersetzung, die
Analyse und das Üben des Umganges mit dem Schmerz.
Beim Üben
lernen wir zu unterscheiden ob nun der Schmerz gefährlich ist,
oder es ein Schmerz ist, der uns nur sagt: "Hör doch auf zu
üben, das ist unangenehm, mach doch was Nettes". Nun ist
aber immer nur "Nettes tun" nicht so gut für uns. Wenn
wir trotz bestimmter (nicht bei allen) Schmerzen weiter Üben, so
wird unsere Persönlichkeit gestärkt. Wir können beim
Üben versuchen die Anspannung aus den schmerzenden Bereichen zu
nehmen, und dabei oft feststellen, dass beim "Loslassen"
der Schmerz sich verringert, wenn nicht sogar der Schmerz ganz
verschwindet.
Und genau da sind wir bei der Philosophie. Schmerzen
sind oft, sehr oft, Resultat einer Anspannung. Diese Anspannung ist
aber durch unser Bewusstsein steuerbar. Schmerzen entstehen bei
diesen Situationen im "Kopf". Aber wir dürfen nie die
anderen Schmerzen vergessen. Die Schmerzen die uns sagen: "Pass
auf dich auf".
In unserem Leben verändern wir uns. Die
Ausrichtung, mental genauso wie körperlich, ändert sich.
Oft kommen wir dabei von unsere eigentlichen Mitte weg. Damit wir
aber im Leben weiterkommen, werden diese Unausgeglichenheiten
kompensiert. Da kann ein Hohlkreuz durch überbeanspruchten
Schulter ausgeglichen werden, oder Angstgefühle durch lautes
Reden, oder heftige Gestiken überspielt werden. Festhalten und
dauernde Anspannungen sind die Folge. Der Mensch im Ganzen aber
funktioniert noch. Denn meist wird die Unausgeglichenheit genügend
von anderen Bereichen wieder ausgeglichen. Es werden aber Energien
verbraucht, die besser nutzbar sind.
Nun ist es aber nicht immer
ratsam schnell die Änderung im Körper herbeizuführen,
z.B. in dem überbeanspruchte Muskeln losgelassen werden. Denn
dadurch kann die Person aus dem, zwar nicht günstigen aber
eigenen Gleichgewicht gebracht werden. Die Änderungen müssen
sorgfältig und in der Gesamtheit betrachtet durchgeführt
werden. So kann ein Festhalten für eine bestimmte Zeit noch
besser sein und weniger Probleme mit sich bringen. Auch muss man
Abwägen welches nun das geringere Übel ist.
Es ist also nicht immer leicht. Aber wenn wir die Aufmerksamkeit und Achtsamkeit auf uns lenken, uns nicht ablenken lassen, werden wir alle unseren Weg finden. Nicht immer ist der schnelle Weg der gute Weg. Nicht immer sind Schmerzen schlecht oder gut. Die Wahrheit ist nicht zu verallgemeinern.
Schukie
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