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Wie wirken Yoga und die Übungen |
Ich wurde in einer e-mail gefragt "ob ich zufällig ein Yoga Buch, dass nicht nur aussagt 'diese Haltung ist gut gegen Knieschmerzen' sondern auch erläutert, warum?" kenne. Es gibt viele Autoren die darüber schreiben, aber so richtig detailiert setzen sich die Bücher nicht mit diesem Thema auseinander. Also schreibe ich jetzt hier darüber.
Ich versuche erst einmal einige "Grundprobleme"
Aufzuzählen.
1. Die Anatomie des Körpers ist nicht mehr
ausgewogen
2. Defekte an den Knochen, Gelenken, Bändern und
Muskelapparat
3. Emotionales Ungleichgewicht
4. Geistiges
(Verstand) Ungleichgewicht
In dem nächsten Teil gehe ich jetzt tiefer auf die 4 oben genannten Punkte ein.
Zu 1. Der Körper ist nicht mehr ausgewogen.
Hohlkreuz, nach vorne fallende Schultern, X-Beine oder Platfüße
sollen hier nur ein Beispiel sein. Oft ist es so dass sich der Körper
im Laufe der Zeit verändert. Das kann durch immer wiederkehrende
Bewegungsabläufe oder durch geistige Haltung geschehen. Der
Fall, dass wir durch ständige Fehlhaltung und Fehlbewegungen den
Körper bleibend verändern, ist leicht zu verstehen. So ist
beispielsweise die Arbeit eines Fliesenlegers nicht besonders
gesundheitsfördernd. Immer wenn eine Haltung oder ein
Bewegungsablauf immer wieder eingenommen wird, prägt das den
Körper. So werden die einen Muskeln gestärkt und die
anderen geschwächt, Bänder werden überdehnt und andere
werden zu kurz. Spagat ist nicht eine unnatürliche Haltung, nur
sind unsere Bänder dafür nicht genügend gedehnt. Der
Fall dass unsere geistige Haltung den Körper formt, ist oft
etwas schwieriger zu erkennen.
Wenn beispielsweise eine Person
nach vorne strebt, mehr in der Zukunft lebt als im jetzt, dann ist
der Nackenbereich oft eingeengt und der obere Rücken ist rund.
Bei manchen Personen kann man auch erkennen, dass sie mehr auf den
Fußballen laufen.
Wir sind kommunikative Menschen. Gestiken
sind ein wichtiger Bestandteil unserer Unterhaltungen, sonst würden
wir nicht die Pantomine verstehen. Auch ohne Worte sehen uns
Mitmenschen unsere Gemütsverfassung an. Wenn wir traurig sind
lassen wir den Kopf hängen. Dadurch wird der Nackenbereich
gedehnt und verliert an Spannkraft. Wenn nun unsere Haltung oft
traurig ist, wird der Körper diese Haltung als "normal"
annehmen. Der Geist prägt den Körper.
Zu 2. Defekte an dem Körper. Dies kann durch Unfälle geschehen oder an genetischen Voraussetzungen liegen. Der Körper wird versuchen diesen Defekt auszugleichen und kann dabei weitere Defekte entwickeln. Dieser Punkt ist so klar, dass ich nicht weiter darauf eingehen werde.
Zu 3. und 4. Emotionales Ungleichgewicht ist genauso wie geistiges Ungleichgewicht zu betrachten. Einmal wird die Gefühlswelt und das Unterbewusste angesprochen beim anderen das Bewusste. Hier ist oft die Sichtweise einer Sache wichtig. Ob sich eine Situation gut oder schlecht entwickelt, ist durch die eigene Sichtweise geprägt. Es gibt Völker die feiern wenn jemand gestorben ist, andere Völker trauern. Ein Spiel geht zu Ende - es gibt einen glücklichen Gewinner und einen nicht so glücklichen Verlierer. Es ist aber nur ein Spiel zu Ende. Die Wertung ist es, die uns Glück oder Unglück bringt. Ich möchte jetzt nicht damit sagen, dass wir versuchen sollen bei allen Geschehnissen glücklich zu sein. Es ist nur wie bei den zwei vorherigen Punkten wieder so, dass eine Unausgewogenheit das Problem erst zu einem Problem macht.
Nun zurück zum Yoga.
Die Yogaübungen haben
unter anderen wichtigen Punkten das Ziel, die Unausgewogenheit zu
nehmen, den Körper und den Geist in die Mitte zu bringen um
gesund und alt zu werden.
In diesem Absatz möchte ich mich einer Übung
annehmen und sie aus therapeutischen Gesichtspunkten beschreiben. Es
ist die Übung "Supta Virasana"
In "Supta
Virasana" setzt man sich zwischen den Fersen hin und legt dann
den Oberkörpern nach hinten, auf dem Boden ab. Achtung diese
Übung kann nicht jeder ohne Training ausführen.
Was
passiert in dieser Übung? Ich fange mit den Füßen an.
Die Füße liegen auf den Fußrücken ab. Es ist
viel Druck auf den Zehen, die hierbei auch schmerzen können. In
dieser Haltung wird die Form des Fußgewölbes verstärkt.
Die Muskeln und Bänder des Fußrückens werden gedehnt.
Es ist eine super Übung bei Plattfüßen, aber ist
dabei auch anstrengend.
Dann betrachte ich den Unterschenkel. Die
Wade wird hier stark eingeengt und dadurch etwas weicher werden. Wer
viel mit harten Waden zu tun hat, wird bei dieser Übung auf
Dauer die Waden weicher bekommen.
Das Knie. Durch die Haltung der
Beine wird das Knie etwas auseinander gehebelt. Kreuzbänder
werden gedehnt und die Menisken werden entlastet, so dass sie sich
wieder mit Flüssigkeit füllen können. Für die
Knie ist diese Übung eine Wohltat aber auch oft eine schwierige
Aufgabe. Diese Übung bei Problemen nur mit Vorsicht üben.
Der
Oberschenkel. Dieser wird sehr stark gedehnt. Für viele ist das
ein sehr großer, bitterer Schmerz der kaum auszuhalten ist. Für
andere kein Problem. Wenn der Oberschenkel nach innen "gerollt"
wird, dann kann der Bereich der Ilius Sakralgelenk (der Bereich des
Kreuzbeins) geöffnet werden. Auf Dauer hilft diese Übung
auch gegen Ischias-Probleme, aber dazu gleich mehr.
Nun kommen die
Leisten dran. Sie werden wie der Oberschenkel stark geöffnet.
Dies ist sehr wichtig, denn Leistenbrüche haben oft auch was mit
unflexiblen Muskeln, Bändern und Bindegewebe zu tun. Zu weich
darf aber natürlich auch nicht sein. Ein weiterer wichtiger
Punkt ist, dass die Venen aus den Beinen in den Leisten durch ein zu
hartes Leistenband eingeengt werden. Dies kann Venenleiden
verstärken. Der Bauch. Der Bauchbereich wird gedehnt und der
Darmbereich massiert. Die Verdauung angeregt. Drüsen und Gefäße
werden positiv angeregt.
Der untere Rücken. Vielleicht haben
einige bei dieser Übung bedenken, dass man ja im "Hohlkreuz"
liegt, und dass das nun nicht gut sei. Aber wir liegen ja nicht ewig
in der Übung. Da kein Druck auf die Wirbelsäule aufkommt,
ist der Rücken nicht sehr belastet. Auch sind die Bandscheiben
in einer Position die eher gut als schlecht für sie sind. Für
Personen mit zu flachem Rücken ist es schwieriger, aber bestimmt
wird die Körperhaltung verbessert.
Der obere Rücken wird
hier schön geöffnet. Durch die Spannung im Bauchbereich,
fließt der Atem jetzt etwas mehr in den oberen Atemraum als
normal. Dadurch wird auf Dauer das Lungenvolumen vergrößert.
Es gibt häufig die Empfehlung mehr in den Bauch zu atmen. Aber
diese Aussage ist zu relativieren. Ich denke, das in unserer
Ziviliation zu viel in den Bauch geatmet wird, da doch oft die
Bauchmuskulatur zu schwach ist. Nach meiner Meinung ist der
Lungenbereich auszunutzen und die Lunge geht eben bis zu den
Bronchien, und die sind weit im oberen Brustkorb.
Der
Schulterbereich. Ich gehe von einer Übungshaltung aus, in dem
die Arme über den Kopf nach hinten gestreckt sind. Hier wird die
Achselhöhle gedehnt und der obere Brustbereich geöffnet.
Die Dehnung kommt dann auch in den zweiten und dritten Brustwirbel,
was Schulterschmerzen lindern kann.
Da der Körper im ganzen
eine Rückwärtshaltung einnimmt, ist diese Übung
vitalisierend. Wenn man Abends übt, kann es dazu führen,
dass man etwas schlechter einschlafen kann, aber am nächsten Tag
sollte man sich nicht unausgeschlafen fühlen. Die Übung
gibt viel Energie.
Die Aspekte der geistigen und emotionalen Veränderungen in dieser Übung werde ich in dem nächsten Beitrag beschreiben, der schon bald veröffentlicht wird.
Schukie
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